Durch mobile Möbel ist die Plaza flexibel nutzbar.

LIVING CONCEPT Werbeagentur, Münster

Umbauen statt umziehen

LIVING CONCEPT wächst. Die Kommunikationsagentur mit Sitz am Germania Campus in Münster gewinnt neue Kunden, baut insbesondere den Online-Marketing-Bereich aus. 2021 reichen die bisherigen Flächen in einer Etage für die fast vierzig Mitarbeitenden kaum noch aus. Ein Standortwechsel steht im Raum. Letztlich entscheidet sich die Agentur dagegen – und für die Weiterentwicklung am bestehenden Ort.

Foto: Alexander Ludwig Obst & Marion Schmieding

Warum bleibt die Agentur am Standort?

Der Immobilienmarkt in Münster ist angespannt. Geeignete Flächen mit vergleichbarer Lage, Infrastruktur und Atmosphäre sind kaum zu finden. Der Germania Campus bietet nicht nur eine gute Erreichbarkeit, sondern auch Aufenthaltsqualität im direkten Umfeld. Die meisten Mitarbeitenden kommen mit dem Rad, die Nähe zu Gastronomie, Supermarkt, Wasserfläche und Landschaftsschutzgebiet wird geschätzt.

Für LIVING CONCEPT ist klar: Ein Wechsel auf die „grüne Wiese“ ist keine Option. Die Agentur entscheidet sich, neue Flächen im Gebäude zu nutzen und gleichzeitig die vorhandenen Strukturen gezielt zu überarbeiten.

Die Planung liegt intern bei „Personal & Kultur“. Der Umbau findet in einer Phase statt, in der viele Mitarbeitende pandemiebedingt mobil arbeiten. Das erleichtert die Umsetzung und ermöglicht den Umbau im laufenden Betrieb – ohne größere Einschränkungen.

projekt k bleibt über den gesamten Zeitraum hinweg zentraler Ansprechpartner. Gleichzeitig nutzt die Agentur die Gelegenheit, Arbeitsweise, Ausstattung und Organisation gemeinsam weiterzudenken.

Zunächst mietet die Agentur das dritte Obergeschoss neu an. Dort entsteht ein heller, offener Arbeitsbereich für das Kreationsteam – ergänzt um eine eigene Teeküche und einen kleinen Konferenzraum.

Foto: Mathis Bauer
Foto: Mathis Bauer
Foto: Mathis Bauer

Wie gelingt der Umbau im Bestand?

Gleichzeitig übernimmt LIVING CONCEPT im zweiten Obergeschoss nach und nach Räume des Schwesterunternehmens NETZCOCKTAIL, das nach der Pandemie dauerhaft auf Remote Work umgestellt hat. Die Integration erfolgt schrittweise, im laufenden Betrieb.

projekt k begleitet die Planung von Beginn an – von der Analyse über die Gestaltung bis zur Umsetzung. Die neue Flächenstruktur bietet nicht nur Platz für mehr Mitarbeitende, sondern auch neue Formen der Zusammenarbeit. Denn es war klar, dass die Arbeit auf verteilten Ebenen den Austausch erschwert.

Auch in den bestehenden Etagen kommt es zu gezielten Anpassungen. Alle Arbeitsplätze erhalten elektrisch höhenverstellbare Schreibtische. Die bestehende Teeküche bleibt erhalten, wird aber gestalterisch eingebunden. Ähnliche Strukturen entstehen auf den anderen Etagen. Offene Treffpunkte schaffen Anknüpfungspunkte – ohne die Konzentration an den Arbeitsplätzen zu stören.

Im ersten Obergeschoss, wo vorher das Kreationsteam in der Mitte inmitten der Laufwege saß, entsteht die „Plaza“: ein zentraler Treffpunkt mit Bar, Sitzbereich und mobilen Lounge-Elementen. Die Fläche wird heute für Pausen, Teamrunden, interne Formate und gelegentlich auch für Kundentermine genutzt.

Foto: Mathis Bauer
Foto: Mathis Bauer
Foto: Mathis Bauer
Foto: Mathis Bauer

Was ändert sich in den vorhandenen Räumen?

Mit den neuen Flächen wächst nicht nur die Organisation – auch die Arbeitsweise verändert sich. Die Agentur stellt vollständig auf mobile Geräte um. Alle Mitarbeitenden arbeiten mit Laptops, an jedem Arbeitsplatz stehen Bildschirme mit Dockingstationen zur Verfügung.

Die Schreibtische sind nicht mehr fest zugeordnet, ein Shared-Desk-System ist eingeführt. Eine Buchungssoftware sorgt für Übersicht. Durch Teilzeitmodelle, Urlaube und Remote Work sind ausreichend Plätze verfügbar. Viele Mitarbeitende nutzen bewusst die Möglichkeit, den Ort je nach Aufgabe oder Teamzugehörigkeit zu wählen – für mehr Ruhe, gezielten Austausch oder flexible Zusammenarbeit.

Foto: Mathis Bauer

Was bleibt – und was verändert sich?

LIVING CONCEPT bleibt am Standort. Die Adresse ist die gleiche, die bauliche Struktur im Kern ebenfalls. Und doch ist das Büro heute ein anderes. Das Team ist deutlich größer, die Wege sind kürzer, die Begegnungen häufiger, die Nutzung flexibler. Videokonferenzen, digitale Kollaboration und der Einsatz von KI gehören inzwischen zum Arbeitsalltag – und die Bürostruktur trägt dem Rechnung.

Der Umbau ist eine konsequente Weiterentwicklung – möglich gemacht durch die Entscheidung, den Bestand nicht als Begrenzung zu sehen, sondern als Ausgangspunkt.

Foto: Mathis Bauer

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